News in der Textilwirtschaft

Die ersten Hemden kommen ohne Plastik

Spezialisten wie Seidensticker, Eterna und Fynch-Hatton testen Alternativen zu Kunststofftüte. Auch Walbusch und Olymp forschen an plastikfreien Verpackungen.

Die gerollten Hemden sind ein Renner am Stand von Fynch-Hatton auf der derzeit in Berlin laufenden Panorama. Statt wie üblich in einer Plastiktüte, liegen sie unverpackt, nur mit einem Baumwollbändchen zusammengerollt. Aufschrift: „Packed without Plastic“. Als Kragenverstärkung dient recycelte Pappe, dazwischen liegt ein dünnes Seidenpapier. „Ganz ohne geht es nicht“, sagt Geschäftsführer Christoph Brandts. „Aber wir tun unser Bestes, und die Kunden sind sehr daran interessiert. Das ist für uns ein weiterer wichtiger Schritt unserer Nachhaltigkeitsstrategie.“

Christoph Brands, Geschäftsführer
Fynch-Hatton Textil-Handelsgesellschaft mbH

Das Thema plastikfreie Verpackungen ist für viele Hemden-Anbieter derzeit ein großes Thema. Ganz weit vorn sind Eterna und Seidensticker. Die Bielefelder kündigen an, mit Auslieferung zur Herbst/Winter Saison 2020 für alle Kollektionen der Marke Seidensticker auf Plastikverpackungsmaterial zu verzichten und damit pro Jahr mehr als 30 Tonnen Plastikmüll zu sparen. Um die Produkte vor Transportschäden und Verschmutzungen zu schützen, werden die Hemden mit einem Pappstreifen im Innenkragen ausgestattet und in nur einem großen, recycelbaren Masterpolybag pro Karton versandt.

 „Wir wollen in Zukunft noch stärker auf diese bedeutenden Themen setzen, um unseren Beitrag dazu zu leisten, diese Welt für die folgenden Generationen zu erhalten“, so Gerd Oliver Seidensticker, geschäftsführender Gesellschafter der Seidensticker Group.

Eterna stellt auf der Premium in Berlin die neue Casual-Kollektion „Eterna we care“ vor, in der alle Aktivitäten rund um das Thema „Sustainable Fashion“ gebündelt werden sollen. „Die gesamte Linie inklusive Zutaten besteht aus Recycling- und Upcyclingmaterialien, die Verpackung ist – völlig neu im Hemdenmarkt – plastikfrei und aus recyceltem Naturpapier“, erklärt CEO Henning Gerbaulet. Andere Spezialisten wie Walbusch und Olymp sind noch auf der Suche nach Alternativen: „Unsere Versandverpackungen sind sortenrein zu entsorgen: Pappkartons ohne Klebestreifen und Füllmaterial nur aus Papier. Für die Verpackung von Hemden haben wir bisher jedoch keine Alternative zu Kunst-stoff gefunden, die unseren Vorstellungen und den hohen Qualitätsanforderungen unserer Kunden entspricht. Wir bleiben an dem Thema dran“, verspricht Walbusch-Geschäftsführer Ralph Hürlemann.

Olymp ist schon einen Schritt weiter: „Inzwischen gibt es vielversprechende Ansätze, auf Nadeln, Klammern, Kragenspangen zu verzichten und unentbehrliche Elemente durch alternative Materialien zu ersetzen. Unserem Ziel, die funktionalen Anforderungen an die Verpackung, die in ihrer Schutzfunktion den positiven Gesamteindruck und die Verkaufsfähigkeit der Hemden sicherstellt, mit dem ökologischen Anspruch zu vereinen, sind wir schon sehr nahe“, bestätigt der geschäftsführende Gesellschafter Mark Bezner.

Quelle: Textilwirtschaft Ausgabe Nr.3, Erscheinungsdatum 16.1.2020, Seite 12

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