Nachhaltigkeitswoche

“Ab dem 1. August werden wir nicht mehr nachhaltig leben!” Das ergab eine Hochrechnung des „Global Footprint Network“. Dieser Tag, der sogenannte „Earth Overshoot Day“, beschreibt den Tag des laufenden Jahres, an dem die Nachfrage an natürlichen Ressourcen das Angebot und die Kapazität der Erde zur Reproduktion der Ressourcen übersteigt. 1990 lag dieser Tag noch auf dem 7. Dezember.

Den Konsum soweit zurück zu stellen, dass wir nachhaltig leben können, ist nur eines der Ziele, die die UNO bis 2030 umsetzten möchte.
Am 25. September 2015 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung wurden die 17 „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet.

Doch nicht nur die UN sondern auch wir, Fynch-Hatton, sehen die Probleme und haben es uns selber zum Ziel gesetzt, so nachhaltig wie möglich zu sein. Angefangen bei der Frage ob wir dieses Dokument jetzt wirklich ausdrucken müssen bis hin zur Förderung nachhaltiger Projekte.

Einen großen Schritt in die richtige Richtung machen wir seit 2015 mit unserer Partnerschaft zur Welthungerhilfe.

Blick auf die Hand mit Bienen von Khemrai Neupane, Inhaber der "Ghorka Bee Manufaktur", bei seinen Bienenstoecken in Bharatpur am 18.03.2012. Several bees on the hand of Khemrai Neupane, owner of "Ghorka Bee Manufactury", next to his beehives, Bharatpur.

Geld für Honig

Ann Lengeny ist eine Maasaifrau in Nentaraja, Kenia. Sie wurde mit 14 Jahren an einen älteren Mann verheiratet, der im hohen Alter verstarb. Sie blieb zurück und musste sich in einer Zeit, in der Wasser und Nahrung für die arme ländliche Bevölkerung unerreichbar waren, alleine um die fünf Kinder kümmern. In den ersten Jahren konnte sie sich mithilfe von den hinterlassenen Kühen, Schafen und Ziegen über Wasser halten. Doch durch die Dürreperioden, die das Dorf zweimal in sechs Jahren getroffen haben, starben die Tiere. Aus Verzweiflung begann sie damit, Holzkohle herzustellen, um ihre Kinder ernähren zu können. Allerdings macht die County-Regierung ihr einen Strich durch die Rechnung als sie die Köhlerei aufgrund des Umweltschutzes verbat.
In Nentaraja gibt es viele Frauen wie Ann. Dank der Welthungerhilfe kann sie jetzt Bienen halten und von dem Geld, das sie für den Honig bekommt, Essen kaufen und die Schulgebühren für ihre Kinder bezahlen. In dem Dorf konnten 14 Frauen Gruppen mit 420 Mitgliedern mithilfe der Honigproduktion wieder ein eigenes Einkommen generieren.

Erfolgreich wurde eine lokale Honigkooperative angemeldet, was den Frauen aber noch gefehlt hatte war ein Honigprozessor. Denn um ihren Honig auch in lokalen Supermärkten anbieten zu können, sieht das kenianische Eichamt einen solchen Prozessor vor. Dieser bietet den Frauen die Möglichkeit, größere Mengen Honig zu filtern, zu verarbeiten und zu kennzeichnen. Vorher wurde das alles in Handarbeit erledigt. Neben dem Prozessor brauchten die Frauen natürlich noch eine Schulung bezüglich Dokumentation, Verarbeitung, Kennzeichnung und auch Fehleranalyse mit möglichen Lösungen. Dieses Projekt wurde dieses Jahr erfolgreich abgeschlossen.

Massai am Wassertank der Welthungerhilfe in Maparasha, Kenia. Rock Catchment

Wasser vom Fels

Zur gleichen Zeit, ebenfalls in Nentaraja, haben wir uns eines weiteren Projekts angenommen:
Der Bau eines zusätzlichen Wasserspeichers.

Jacklene Melau musste jeden Morgen, wie viele Frauen des Dorfes, um fünf Uhr morgens aufstehen, um am fünf Kilometer entfernten Fluss Wasser für sich und ihre drei Kinder zu holen. Dabei war das Risiko nicht gering, auf dem Weg von wilden Tieren angegriffen zu werden. Diesen Weg nahm sie täglich zweimal auf sich und dies beanspruchte den ganzen Tag. Aber das Wasser, das sie nach Hause brachte, war oftmals voller Keime und rief bei den Kindern Durchfall und Infektionskrankheiten hervor. Doch das alles hat sich geändert:
Denn mitten in dem Dorf liegt ein kahler Felsen mit einer Fläche von 1.518 m2. Auch wenn die Dorfbewohner von diesem Felsen aus eine großartige Aussicht haben, nimmt er ihnen wertvolles Land für die Viehzucht weg. Was sie nicht wussten, war welches Potenzial dieser Felsen hatte, ihr Leben für immer zu verändern. Denn der Fels kann mindestens 683 m3 Wasser pro Jahr sammeln. Dazu wurde der Fels von einer Mauer eingefasst und sobald es regnet läuft das Wasser nun den Stein hinab und sammelt sich in der Einfassung. Durch einen Kiesfilter und Rohre läuft das Wasser in die Speichertanks, von wo aus es an einen Wasserkiosk weitergeleitet wird.
Dieser sogenannte Wasserkiosk ist eine einfache Hütte, von der aus Hähne an der Außenseite geöffnet werden können. Nur Mitglieder des vom Dorf gewählten Wasserkomitees dürfen diese Hütte betreten. Jacklene Melau gehört zu diesem Wasserkomitee. Umgerechnet können die Bewohner dort 20 Liter Wasser für drei Cent kaufen.

Da in diesem Teil von Kenia jeder Tropfen Wasser zählt, haben wir uns dafür engagiert, den Bau und die Anschaffung eines weiteren Wasserspeichers zu finanzieren. Insgesamt können dort nun 1.575.000 m3 Wasser in sieben Wasserspeicheranlagen aufbewahrt werden. Damit ist das Dorf für mehr als zehn Monate versorgt.
Mehr Infos zu diesem Projetkt finden Sie hier.

Doch auch mit kleineren Aktionen wie dem Motto: „Think before you print“ oder dem Kauf des Wassers „Viva con Agua“ tragen wir täglich unseren Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt bei.
Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich dafür einsetzt, dass alle Menschen weltweit Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Mit dem Kauf jeder Flasche Wasser von Viva con Agua unterstützen wir dieses Vorhaben.

Natürlich versuchen wir auch bei der Produktentwicklung den Nachhaltigkeitsaspekt zu berücksichtigen. Es freut uns sehr, dass wir ab 2019 erstmals eine Kapselkollektion in Kooperation mit Remei bioRe® anbieten werden. Die Teile dieser Kapselkollektion tragen dem Thema Nachhaltigkeit über die komplette Prozesskette Rechnung – und das transparent und nachvollziehbar für jeden Endverbraucher. Jedes dieser Produkte lässt sich zu 100% zurückverfolgen. Anhand eines eingenähten QR-Code ist es möglich, die Produktionsschritte selbst zu prüfen. Dazu wird der Code einfach mit dem Mobiltelefon gescannt und der Verbraucher findet alle Information zur gesamten Wertschöpfung des spezifischen Kleidungsstücks – vom Ursprung des Rohstoffs im Baumwollanbau über den Spinnprozess bis zur Näherei. Wir freuen uns über die Kooperation mit bioRe® – ein Label, das hält, was es verspricht!

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.